russo's ristretto speedbike

30.07.-01.08.2010 - Record Weekend Dekra-Testoval Lausitz - 84.345kmh

 

Wir haben es geschafft! Ja, nach etlichen Versuchen ist es mir gelungen, über 80km weit zu fahren. Mit 84.345km bin ich jetzt der viertschnellste Mensch der Welt. Seit langem wussten wir, dass 83-85kmh möglich sind. Am Dekra-Rekordweekend haben wir es gezeigt. Kurz vorweg: Als ich 2004 den Ristretto plante und 2006 fertigstellte, lag der Stundenweltrekord von Sam Whittingham bei 84.22km. Diesen wollten wir schlagen. Es ist uns jetzt gelungen…nur dass Sam ihn mittlerweile auf 90kmh hochgeschraubt hat…egal, wir sind stolz auf unser Resultat.

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Am 30. Juli 2010 war es auf dem Dekra-Testoval in Klettwitz warm, aber nicht heiss. Der Wind legte sich und der Asphalt strahlte Wärme ab. Wir haben das Rekordwochenende am Freitagabend lanciert. Nachdem ich einen Testlauf absolviert habe, war für uns klar dass wir an diesem Abend noch starten wollten. So habe ich mich auf dem Rennrad warmgefahren und zugeschaut, wie Damjan Zabovnik sein neues Speedbike testete. Um 19h wollte ich dann starten. Leider waren die Observer und Verantwortlichen der Zeitmessung noch nicht soweit, was den Start verzögerte. Vielleicht gut denn statt nervös zu werden verbrachte ich die letzten Minuten vor dem Start damit, allen möglichen herumrennenden zuzuschauen welche scheinbar mit unserer Start-Ankündigung überrumpelt wurden.

Durch das Gehetze vor dem Start trafen wir keinerlei Vorkehrungen betreffend Signalisation während der Fahrt. Normalerweise hatten wir visuelle Zeichen für jede fünfte Runde, für die letzte Runde und für den Zieleinlauf ausgemacht. So bin ich um 19.30h gestartet nicht genau wissend wer was um mich herum tun und organisieren würde. Mein Ziel war es, möglichst gleichmässig zu fahren und das Tempo bis zum Schluss hoch zu halten. Nach der ersten Runde hatte ich eine Geschwindigkeit von ca. 94kmh erreicht, was nicht anstrengend, jedoch viel zu hoch war. So passierte ich die Ziellinie mit 4‘49“. Ich drosselte die Geschwindigkeit dann zwischen 84-89kmh um den angepeilten Schnitt von 83-85kmh zu erreichen. Um die am Start verlorene Zeit von ca. 45 Sekunden wett zu machen, muss die konstante Geschwindigkeit ca. 1.5kmh höher als der gewünschte Schnitt liegen. Das Oval ist nicht ganz eben (+/- 3m) und der Wind pustet überall unterschiedlich. Somit wechselt die Geschwindigkeit ständig. Nach 20 Minuten war ich gut in Fahrt und immer gleich schnell. Der Puls lag etwa bei 180 Schlägen. Die nächsten 20 Minuten fuhr ich immer noch gleich schnell, das Ganze war jedoch viel anstrengender. Obwohl die Temperatur im Fahrzeug immer zwischen 24-25°C lag wurde es immer feuchter und unangenehmer. Nach der zehnten Runde (40 Minuten) und Puls 196 lag ich gut im Rennen und konnte zum Glück noch klar denken und die Runden schön mitzählen. Der Wind war nicht stark und somit musste ich das Fahrzeug nicht dauernd stabilisieren. Ab jetzt begann die Folter! Ich wollte unbedingt den Rhytmus halten und das wonach ich geträumt hatte erreichen. Die Geschwindigkeit war um 1-2kmh tiefer aber konstant. Nach der 14 Runde schaute ich auf die Uhr und sah 58 Minuten. Nur noch eine Runde (5‘829m) und es ist geschafft. Ich errechnete mir beim jetzigen Puls von 204 Schlägen die mögliche Distanz und kam auf mindestens 83kmh. Diese schnelle Fahrt wollte ich noch ohne Sturz ins Ziel fahren und konnte bei Vollgas nur noch 3 Sekunden auf die vorletzte Runde rausholen, was eine gute Kräfteeinteilung beweist. Nach dem ausfahren war ich erschöpft aber glücklich. Beim öffnen des Speedbikes rief mir Jemima schon die Geschwindigkeit zu: 84.345kmh - was jeden Schmerz linderte!

Am nächsten Morgen starteten etliche Fahrer zum 24h-Rennen - Hier etliche Berichte Am Sonntagmorgen fuhr Christian von Ascheberg mit sagenhaften 1223km über die Ziellinie, gefolgt von Charly Henry mit 1159km. Beide haben den bestehenden Weltrekord von 1109km pulverisiert.

Am Sonntagnachmittag war es warm aber auch ziemlich windig. Nachdem wir Räder mit Schlauchreifen montiert hatten, starteten wir erneut einen Stundenversuch. Wir wollten nicht nochmal 84kmh fahren. Entweder wir verbessern auf 86kmh oder wir brechen nach 20 Minuten ab, das die Devise. Nach einer Runde erwiesen sich die neuen Räder als deutlich langsamer und der Wind war zu stark. Ich hielt nach 3 Runden an. Wir wechselten innerhalb von 20 Minuten die Räder nochmal und schon waren wir wieder startbereit. Wer aus der Szene ist weiss genau dass das sehr schnell war…Ich fuhr wieder los und fuhr die zweite Runde in 3‘54“ was einem Schnitt von 89,425kmh entspricht. Die Maximalgeschwindigkeit lag bei 100.3kmh…Dennoch musste ich abbrechen. Der Wind ausgangs Kurve war so böig, dass ich das Speedbike kaum noch kontrollieren konnte.

Jetzt, mit 84.345km in der Tasche fing unser Sommerurlaub an!

 

We did it! Yes, after several tries, I managed to ride more than 80 kilometers in one hour. With 84.345 kph, I'm now world's fourth fastest human. We've known for a long time that 83-85 kph are possible. On the Dekra Record Weekend, we proved it. In short: When I planned the Ristretto in 2004, and completed it in 2006, the world hour record by Sam Whittingham was at 84.22 kph. That's what we wanted to beat. We've accomplished that now....but Sam has raised it to 90 kph in the meantime....nevertheless, we are proud of our results.

To the Record list

On July 30 2010, it was warm, but not hot at the Dekra test track in Klettwitz. The wind calmed down and the asphalt radiated heat. We launched the record weekend on Friday evening. After I had completed a test run, it became clear to us that we wanted to start that same evening. So I warmed up on my road bike and watched Damjan Zabovnik testing his new speedbike. Then, at 7 pm, I wanted to start. Unfortunately, the observers ant timekeepers weren't ready yet, which delayed the start. Maybe that was a good thing, because then instead of getting nervous, I spent the last minutes before the start watching all kinds of busy people, who had apparently been taken by surprise by the announcement of our start.

Due to the rush before the start, we did not make any arrangements regarding the signaling during the ride. Usually, we had agreed upon visual signals for every fifth lap, for the last lap and the finish. So I started at 7.30 pm without knowing exactly who was doing and organising what around me. My goal was to ride as steadily as possible and to keep the pace up until the end. After the first lap, I had attained a speed of approximately 94 kph, which wasn't exhausting, but much too fast. So I passed the finish line with a time of 4'49". I reduced the speed to between 84 and 89 kph to reach the planned average of 83-85 kph. To compensate for the nearly 45 seconds lost at the start, the constant speed has to be around 1.5 kph faster than the desired average speed.The track isn't exactly level (+/- 3 meters) and the wind direction keeps changing while going around. Thus, the speed varies all the time. After 20 minutes, I was going strong and consistently fast. My heart rate was around 180 bpm. In the next 20 minutes, I was still going equally fast, but it became much more exhausting. Although the temperature in the vehicle remained at 24-25°C, it kept getting moister and more unpleasant. After the tenth lap (40 minutes) and a heart rate of 196 bpm I was going good and, fortunately, could still think clearly and count the laps. The wind wasn't strong, so I didn't have to stabilize the vehicle all the time. But then the torture began! I was dead set on keeping up my rhythm and achieving what I had dreamt of. The speed was about 1-2 kph lower now, but constant. After the 14th lap, I looked at my watch and saw 58 minutes. Only one more lap (5829 meters), and I'd be done. I calculated the possible distance with my current heart rate of 204 bpm and estimated at least 83 km. I wanted to finish this fast ride without a crash, and at my full power, I could only gain 3 seconds on the previous lap, proving a good power allocation. After rolling out, I was exhausted but happy. Upon opening the speedbike, Jemima was already calling out the result: 84.345 km, soothing all the pain!

The next morning, several riders started for the 24 hour race - read several accounts here. On Sunday morning, Christian von Ascheberg crossed the line after a fantastic 1223 km, followed by Charly Henry with 1159 km. Both pulverized the previous record of 1109 km.

On Sunday afternoon it was warm and rather windy. After we had installed wheels with tubular tires, we started another hour trial. We didn't want to ride 84 kph again; our motto was to improve to 86 kph or to quit after 20 minutes. After one lap, the new wheels proved to be significantly slower and the wind was too strong. I stopped after 3 laps. Within 20 minutes, we changed the wheels back and were ready to go again. Anyone who's in the HPV racing scene will know how quick that was. I started again and rode the second lap in 3'54", which equates an average of 89.425 kph. The maximum speed was 100.3 kph. Nevertheless I had to quit, because the wind at the exit of the turn was so gusty that I could hardly control the speedbike.

Now, with 84.345 kph in the pocket, our summer vacation could begin!

Photos: Thanks to Bas de Meijer and Team Eivie.